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16.05.2014 00:00

Junge Schützen sichern sich Titel

Bärnau. Über mangelndes Interesse bei den Wettbewerben brauchen sich die "Tell-Schützen" nicht zu beklagen. Beim Königsschießen waren 34 Mitglieder am Start, sieben davon Jungschützen. Die Titel gewannen Roman Kraus und Carmen Härtl (Jugend).

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23.07.2013 06:52

Würdige Vertreter des Stiftlandgaus

Mähring. (wg) Einer der Höhepunkte im Rahmen des 50-jährigen Vereinsjubiläums des SV "Linda" war die Gaukönigsproklamation beim "Bayerischen Abend" im Festzelt. Gauschützenkönige wurden Nina Haubner (LG Jugend) und Peter Ulrich (LP Jugend), Tanja Jahn (LP Damenklasse), Hubert Greil (LP Schützen), Markus Peterhans (LG Schützen) sowie Kristin Bauer (LG Damen). Bezirkskönig Luftpistole ist Peter Ulrich vom Schützenverein "Tell" Bärnau.

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1954 1. Ordentliche Generalversammlung

In der Niederschrift über die ordentliche Generalversammlung am 16. Januar 1954  im  „Gasthof zur Post“  sind  folgende  interessante Begebenheiten zu lesen:

 

Alois Meißner 19601. Schützenmeister Alois Meißner begrüßte die 31 erschienenen Mitglieder und gab seinen Rechenschaftsbericht ab: Unter dem Namen Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tell“ Bärnau, hat sich am 26. September 1953 im „Gasthof zur Post“ ein Verein wiedergegründet, dessen Zweck es ist, das Schießen zu erlernen, zu fördern, zu vervollkommnen sowie die unbescholtenen Mitglieder brüderlich zu verbinden. Zur Förderung dieses Zweckes machte es sich der Schützenverein zur Auflage, daß an jedem Samstag ab 20 Uhr am „Post-Keller“ Übungsschießen stattfinden.

Der gesunde Anfang ermöglichte es, daß bereits am 17. Oktober 1953 dort, wo sonst die Kugeln rollen und die Kegel fallen, das 1. Übungs-schießen stattfinden konnte. Das Schießlokal war auch renoviert und mit Jagdtrophäen und Ehrenscheiben geschmückt.

Wie zu Anfang geplant, wurde vom Schützenverein ein Gewehr und eine zweite Schießstandausrüstung gekauft. Auf Einladung des Stadtrates nahm der Schützenverein am Volkstrauertag in würdiger Weise an der Feier teil. Wir gaben diesem Tag und damit auch unseren Toten seine ganz besondere Ehre, in dem wir unsere schöne Fahne, die viele Jahre fast unbeachtet im Rathaussaal stand, mit zur Feier trugen. Für uns war es zugleich der Anstoß zum frischen Wiederbeginn.

An den Schießabenden gab es begreiflicher Weise zufriedene und begeisterte Gesichter. Ja, man freute sich immer und so saß man oft noch lange beisammen. Die Teilnahme am Strohschießen war besonders stark. Die Arbeit am Schießstand und am Schreiberstand, als auch die andere Organisation klappte wie bei den Zielern und es läßt sich nicht leugnen, daß da die Oberzieler:
 
Otto Fischer        Gotthard Kistenpfennig        Max Forster
Karl Rösch            Hans Zant                 Georg Demleitner
Heribert Pilz         Kilian Seitz            und Willi Rösch

unermüdlich Ihres Amtes walteten. Als Oberzieler auf die Ehrenscheibe zeigten sich

Willi Schöner    Alois Feldbaum        Willi Rösch     Alois Weiß

und als Ober-Oberzieler Gotthard Kistenpfennig.

Von den jeweils an den Schießabenden erschienenen Schützenbrüdern wurden insgesamt 1926 Schüsse abgegeben und dabei die Ringzahl 2717 erreicht. Das ergibt, daß jeder Schuß ins „Schwarze“ ging.



In dieser Generalversammlung wurde  der erste Entwurf der Vereinssatzung den Mitgliedern vorgestellt, gemeinsam diskutiert und ein Punkt geändert. Ein Hauptpunkt dieser Versammlung war auch der Beschluß, wieder das Königsschießen abzuhalten.

Instandsetzung der Schützenhalle

Schon in den ersten Zusammenkünften im „Gasthof zur Post“ nach dem Krieg, sprachen die Schützen darüber, die Schützenhalle am „Postkeller“ wieder Instand zu setzen und auf die neuen sicherheitstechnischen Anforderungen umzubauen.   

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Im Protokoll über die Vorstandssitzung vom 05. Juli 1954 im „Gasthof zur Post“ ist folgendes niedergeschrieben: An der Sitzung nahmen alle Vorstandsmitglieder teil. Zur Aussprache stand die Ausfertigung und der Abschluß eines Pachtvertrages, über die ehemalige Schützenhalle am Postkeller, mit der derzeitigen Eigentümerin Maria Weiß.

Zum Vollzug dieses Pachtvertrages wurde man sich darüber einig, daß alle Mitglieder zwecks Abstimmung über diesen Pachtvertrag für den 11. Juli 1954 um 19.30 Uhr in den „Gasthof zur Post“ zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen werden.

Weiter wurden folgende Feststellungen getroffen:

a) Vor Kriegsende (1945) hat der damalige Schützenverein wegen Schuldendeckung für die ehemalige Schützenhalle mit allen damals beteiligten Vereinen einen Sanierungsausgleich durchgeführt.
b) Von der Stadtverwaltung Bärnau wurde die Auskunft erteilt, daß Ansprüche Dritter auf die ehemalige Schützenhalle nicht gegeben sind.

Für die zu übernehmende Schützenhalle will die Schützengesellschaft  „Tell“ bei der Stadtverwaltung Bärnau 5 Festmeter Bauholz beantragen (von Willi Rösch durchgestrichen und in 7 ausgebessert).

Am 1. Juli 1954 wurde mit der Besitzerin des „Postkellers“, Maria Weiß, folgender Pachtvertrag geschlossen, der durch seine schöne und informative Form hier abgedruckt wurde.

Pachtvertrag

abgeschlossen zwischen der Verpächterin Frau Maria Weiß, Besitzerin der Gastwirtschaft „Post-Keller“, Bärnau/Opf. Haus-Nr. 85, verpachtet an die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tell“ Bärnau die auf ihrem Grundstück stehende und aus den früheren Mitteln des Schützenvereins erbaute Schützenhalle, sowie das Grundstück auf dem die Schützenhalle zur Zeit steht und das Vorgelände entlang der Schützenhalle mit einer Länge und Breite, die es ermöglicht auf 12 Schießstände aus einer Entfernung bis zu 50 Metern zu schießen.

Die Schützenhalle sowie das Grundstück in der vorstehend beschriebenen Größe wird der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tell“ Bärnau / Opf. während der Dauer dieses Pachtvertrages kostenlos, ohne Miet- und Pachtvergütung, zur Verfügung gestellt, es darf jedoch auf diesem Gelände bei allen Veranstaltungen nur Bier der „Löwenbrauerei Bärnau/Opf.“ bezogen und zum Ausschank gebracht werden.

Die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tell“ Bärnau / Opf. übernimmt die Instandsetzung der Schützenhalle und ist berechtigt, dieses Gelände mit einem Bretterzaun abzuschließen. Alle Anschaffungen, die die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tell“ nachträglich vornimmt, bleiben Eigentum des Vereins. Die Verpächterin darf dieses Gelände als Hausgarten benutzen, das Schießen muß aber jederzeit möglich sein und darf dadurch in keiner Weise behindert werden.

Dieser Pachtvertrag gilt für 25 Jahre und zwar für die Zeit vom 1. Juli 1954 bis 1. Juli 1979 und kann während dieser Zeit weder durch die Verpächterin selbst, noch durch einen späteren Erben oder Käufer dieses Gründstückes gekündigt oder aufgehoben werden.

Die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tell“ Bärnau kann diesen Pachtvertrag jederzeit und ohne vorherige Ankündigung aufheben und hat nach Aufhebung dieses Pachtvertrages keinerlei Vergütung oder Entschädigung zu zahlen.

Bärnau / Opf., den 1 Juli 1954


Unterzeichnet von      Maria Weiß        Verpächterin
            Alois Meißner     1. Schützenmeister
            Willi Rösch        2. Schützenmeister


Nachtrag auf der Rückseite des Vertrages: Das in Absatz 1 und 3 näher beschriebene Vorgelände entlang der Schützenhalle, darf statt als Hausgarten auch als Auslauf für Hühner verwendet werden. Die Unterschriften auf Seite 1 gelten auch für diesen Nachtrag.




Die Einigung über die weitere Nutzung der 1931 erbauten Schützenhalle war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des  wiedergegründeten Vereins. So wurde auch gleich mit den Planungen für die Wiederinbetriebnahme des Schießens am Postkeller begonnen.

Das Protokoll über die geleisteten Hand- und Spanndienste der einzelnen Mitglieder zur Wiederinstandsetzung der Schützenhalle beginnt bereits am 5. August 1954. Hier ist detailliert aufgeführt, wann, von wem, welche Arbeiten für den „Tell“ ausgeführt wurden. Fast alle Mitglieder legten Hand an: Willi Rösch, Karl Rösch, Franz Kraus, Josef Reiter, Alois Feldbaum, Alois Meißner, Kilian Seitz, Eugen Wameser, die Gebrüder Weiß, Josef Sollmann um nur einige zu nennen. So wurde Ende August mit den ersten Erdarbeiten begonnen, Anfang September betoniert und erste Maurerarbeiten ausgeführt. Ende September Zwischenwände und Decken eingezogen.